2012 

 

 

gott begrenzt sich selbst durch die schöpfung. (eberhard jüngel) - als ich in den 80er-jahren bei michael von brück studierte, sagte ich zu ihm: wir haben das michael vo gemeinsam. n heisst, von brück sagt, was gott nicht ist: nicht begrenzt. meinen nachnamen sollte man nicht aus der geschichte deuten, sondern jeden buchstaben einzeln - was dann auch einsichtig macht, was auf dem spiel steht, wenn gesagt wird, nicht person. wir haben es in dieser sendung mit einem sympathischen atheisten zu tun. lessing sagt, die offenbarung bringe dem menschen nichts, worauf die vernunft mit der zeit nicht auch kommen wird. meine meinung: die theologische wahrheit wird immer nur aufgrund von offenbarung erkennbar sein, und sie bringt dem leben etwas, was die vernunft ihm nicht bringen kann. freilich bringt auch die vernunft dem leben etwas, was die offenbarung ihm nicht bringen kann. ich vertrete eine nicht-religöse religion, was auch heisst die aufhebung des gegensatzes zwischen heilig und profan. insgesammt finde ich mich zwischen den beiden gesprächspartnern in einer vermittelnden position.

 

anfang achzigerjahre, zwei zen-mönche zu gast an einem meditationsabend. während der stille plötzlich ein zen-gedicht, eine art gesang. stellt alles in den schatten, was ich bisher an dichtung gehört habe.

 

leben heisst auch die ursuppe auslöffeln, der versuch, mit den konsequenzen des urknalls zu rande zu kommen. daran muss ich denken, wenn ich einen menschen wie breivik sehe, ohne, was er gemacht hat, irgendwie unterstützen zu wollen.

 

er - oder sie - hat sich ja nicht "aus dem tagesgeschäft zurückgezogen", sondern den tödlichen konsequenzen dieses geschäfts ausgesetzt

 

rausch als wahrheitsmoment: eberhard jüngel, der berühmteste schüler karl barths, hat in den achtzigerjahren angetönt, dass er, wenn er ein theologisches werk verfasst, sich in einem rausch befindet. und er zitierte nietzsche: der rausch führt zur klarheit. im kleinen nachvollziehbar: um einen kommentar zu schreiben, gilt es einiges an "literatur" zu sichten, das rauscht schon ein bisschen.

 

1978 "rauschte" ich auf den langlaufskis den berg hinauf, ohne irgendeine anstrengung zu empfinden. unvergessliche pulverschnee-abfahrt. etwas später fragte mich eine studienkollegin, ob ich auf ihrer hochzeit singen würde. da hatte ich die ehre, zur erleuchtung zu kommen: meine finger bewegten sich auf der gitarre mit völliger präzision und meine sonst unzuverlässige stimme hielt schwer erreichbare töne noch grad etwas länger aus als notiert. ernüchterung? keine, weil die - mit irdischen massstäben gemessen - vollkommene lebendigkeit - jeder ton ein spektrum von klangfarben - sehr gut begründet war und in vollkommener ruhe geschah. bisher nie gekannte sammlung und konzentriertheit, freude und menschlichkeit nachher im gespräch mit den andern im garten. als rausch würde ich das nicht charakterisieren, aber es hat innerhalb des ganzen natürlich tüchtig gerauscht, als ich merkte: jetzt senkt sich etwas, jetzt bringe ich meine produktion am hochzeitsabend. als "tiefstes gebet" wurde das empfunden. der vater der braut hatte tränen in den augen. text: eine verheissung an den gefangenen jeremia, zusammengestellt im urtext aus verschiedenen prophetischen büchern: siehe, ich schaffe einen neuen himmel und eine neue erde - und das war dann auch gerade die erfahrung des zukünftigen in der gegenwart, die von grund auf erneuerte gegenwärtige welt.

 

luther entlehnte aus der mystischen tradition den begriff "raptus", ein aus etwas heraus- oder in etwas hineingerissenwerden. im dialog mit dem "nichts", der "leere", sagte er, dass im raptus immer auch ein gemitus sei, ein seufzen (rm 8.19ff), empathie, emotion. . .

 

bemerkenswert finde ich, dass Sie sagen - wenn ich recht verstehe - , dass nicht der rausch das transzendente eröffnet, sondern das transzendente den rausch erzeugt. die verdichtung könnte ein hinweis darauf sein, dass man während einer solchen erfahrung tatsächlich stirbt (und dann vielleicht nicht mehr ganz verstehen kann, warum so viele alles andere wollen, nur ja nicht sterben). als besonders hell habe ich es 1978 nicht empfunden, und das licht war genau das alltägliche. als wahrheitskriterium die archetypische erfahrung des natürlichen sonnenlichts. nur besser, vollständiger wahrgenommen. glühbirne, nicht neon, led oder spar. wie ich es bei Ihnen lese, bin auch ich in einem moment aus diesem anderen, das mir aber völlig vertraut war, nur dass ich nicht gewusst hatte, dass es so möglich ist, herausgekommen. aber nur wenig, sanft - als jemand mich etwas beobachtend anschaute.

 

wenn du ein wort

echt aussprechen kannst

ist dein zustand nicht so schlecht

und du hast von schöpfung

etwas verstanden

 

für religion zb ist es ganz wesentlich, dass sie in der kunst ihre erstarrung lösen kann

 

die ursprünglichste wahrheit ist die verwandlung von tod - jeglichen todes - in leben. wenn ich höre, dass jemand mit hilfe von sterbebegleitung sein leben beendet hat, nehme ich in mir auch gelassenheit wahr.

 

eine hirnzentrische welt läuft gefahr, zu einer welt zu werden, in der man die angelegenheiten zu sehr durch hirnen angeht

 

ein heutiger rousseau ist gelangweilt durch overdesigned world

 

jetzt, wo es wieder wärmer wird, das gosse schauspiel und hörstück, wenn die kleinen draussen sind. eine dreijährige wandert durch den garten, als würde sie den ozean überqueren. sie macht eine wäscheleine. ihr zweijähriger bruder. . . bei jeder sabotage gibt sie ihm zu verstehen: "du bisch ä blödä!" jedesmal lauter, bis das quartier fast zusammenfällt. n, kindergarten, malt. "wie klee und picasso - nur viel besser!" kutti mc: "gefällt mir!" n, ihre kg-freundin, bewegt sich mit feinsinnigem gefühl auf mich zu: "sehr gut!" schon sehe ich sie als professionelle tänzerin. aber müsste sie da nicht zuviel einüben, was gar nicht so nötig ist? erstaunlich auch, wie schnell und - ja, wie soll man das nennen? - sie läuft. beim fussball ein zwischenschritt, der mich in erstaunen versetzt. spannung wie an einer em: zwei verstecken sich, zwei suchen. . . da ein räuschchen, dort ein räuschchen. dann ruhige konferenz im gras. würden wir wie sie, wäre die co2etc-reduktion da. aber sie wollen gewissermassen etwas transzendentes: eine glace. zumindest einen kätschi. ich läute mit einem kleinen schlüsselbund. das läuten steigt hinauf, kommt langsam wieder herab - der kätschi ist für einen moment weg. aber er kommt wieder. blieben wir wie sie,. . . die glace, die elektronik und schon bald die zigarette. es könnte auch etwas anderes sein. aber es ist das. warum?

 

"mer chöme di cho bsueche!" begrüssen n und n eine älter frau, bei der sie geläutet haben. vielleicht versprechen sie sich davon ein "güezi". aber es ist viel leben und menschlichkeit dabei.

 

gratulation an nn zu der beherzten abgrenzung. dass abba "eine ehrfurchtsvolle anrede" sei, schreibe ich mir ins tagebuch.

 

dass gott mich mit der intensität eines rechtsurteils, das alle anderen urteile ausser kraft setzt, bejaht: suizidprävention. vielleicht wird jemand sich in dieser wahrheit auch erlauben, sein leben zu beenden. sterben während des lebens als alternative.

 

"wenn es einen gott gibt, sprechen alle anzeichen dafür, dass er mich hasst." 

 

"alle" ist vielleicht übertrieben. die theologische wissenschaft weiss aber sehr genau, dass der versuch, gott aus natur und geschichte zu erkennen, zu diesem resultat führen kann.

 

die welt hat ihre geschöpflichkeit verloren

erlösung ist neuschöpfung

nicht zuletzt dadurch, dass ihr gesagt wird:

du bist schöpfung

 

nach dem . . . gehe ich sogleich auf ein feld hinaus. um eher zu sein als der mond. um nach sternschnuppen ausschau zu halten. da! im moment, wo ich nicht ausschau halte, eine erste. ich wünsche mir, dass wir auf der ebene der erleuchtung übereinkommen und nicht auf der der verblendung auseinanderdriften. bald eine zweite. als ich am entferntesten punkt meiner wanderung umkehre: der mond! in warmem, entfanatisierendem und doch neues ankündigendem orange leuchtet er am horizont durch den dunst. seine sprache wird dann etwas deutlicher, bleibt aber ruhig.

 

es gibt eine andere möglichkeit, trotz schuld leben zu können, als "lügen und vergessen"

 

doch: die "schonungslose wahrheit" der wiedergeburt durch den tod während des lebens bringt die ursprüngliche unschuld als wahrheitsmoment zurück

 

werde ich gefragt "bist du gläubig?", antworte ich: "gläubig" stammt aus dem evangelikalen bereich, und versuche dann darzuleb - schöner verschreiber - gen, dass ich von der wissenschaft geprägt bin, von der universität.

 

vernunft > vertrauen, wissen

 

offenbarung > vertrauen, wissen

 

aber in einem jeweils anderen erkenntnisbereich

 

solange du deinen eigenen weg gehst

gehst du nicht deinen eigenen weg

 

man kann sich ein leben lang gegen eine moralistische, "zwanghafte" erscheinungsform von religion auflehnen - oder von einem bestimmten moment an nach der ursprünglichsten wahrheit fragen

 

der tod ist das geheimnis des lebens - er entlässt aus sich alle die "medikamente", die das leben lebendig machen

 

kinder wollen eine glace und später eine zigarette. es könnte auch etwas anderes sein. warum ist es das? liebe wird leicht zu einem schönen wort, aber sie ist natürlich schon die garantin der genese des wunsches nach wahrem leben und seiner erfüllung. kinder, die im garten spielen, sind das urbeispiel dafür, wie mit fast nichts ein leidenschaftliches, emotional erstaunlich differenziertes leben voll von interessanten bewegungen losgehen kann. es gäbe im prinzip die möglichkeit, das als alternative zum konsumkitsch zu bewahren oder wiederzufinden.

 

das ozeanische gefühl, wie schleiermacher es nannte, ist nicht "immer" möglich - da hat er, wenn er das auch sah, einen schleier weggemacht

 

uneinheitlich und vielschichtig - ja, das bewusstsein und das unbewusste sind beide nicht einfach so einheitlich. je nach schicht treffen wir da auf atheisten oder christen und andere. soweit sich der christ im bewusstsein extrem betätigt, ruft er aus dem unbewussten den atheisten hervor, oder ähnlich, und umgekehrt und so weiter. . .

 

"du tötest den buddha, wenn du ihn antriffst." (zen-meister mumon, 1183-1260) das ist kein aufruf zum mord, sondern: "ein augenblick von ja und nein - und dein leib und deine seele sind verloren." ohne fahr- oder flugzeug reise ich zu ihm mit der frage: "und christus, soll ich den auch töten?" er blättert im ersten buch des neuen testaments, sein gesicht schwankt zwischen töten und nicht töten. fast am ende angekommen, sagt er: "da gibt es nichts mehr zu töten." dann gehe ich zu einem atheisten und sage zu ihm: "ich finde es o.k., dass ihr bestimmte inhalte der religionen bekämpft. und jesus, bekämpft ihr den auch?" "da gibt es nichts mehr zu bekämpfen", sagt er. später gehe ich weiter zu einer mystikerin und frage sie: "ihr sagt 'alles lassen und übersteigen' - soll ich den wurm (s.a. psalm 22) auch übersteigen?" "nicht zertreten", antwortet sie.

 

mystik: lassen - übersteigen - werden. atheismus: lassen - übersteigen - werden. "die ganze barmherzigkeit, die die offenbarung bringt, selbst repräsentieren", wie yeti stamm es in den 70er-jahren sagte.

 

mc schrieb mal sinngemäss auf die pinnwand: gott hat in seiner weisheit das frühjahr so herrlich gemacht. mein kommentar war: ich vertrete eine theologie ohne pronomen - weil man auch sagen könnte "in ihrer weisheit". wie ich den pc runterfahre erscheint mir mc und lacht mich an mit seinem monalisalächeln damit sagend: hier ist es eben nun mal ein mann.

 

"was da konkret passiert, weiss niemand"

 

doch: schauen von angesicht zu angesicht

 

dass etwas passiert, kennen wir aus raum und zeit. wenn du sagst, dass in der ewigkeit etwas passiert, ist das bereits eine analogie, eine ähnlichkeit, eine übertragung. und auch was "da" passiert ist dem ähnlich, was in raum und zeit geschieht - finde ich.

 

eben dinge über mich auf dem internet gefunden, die nicht zutreffen - der normale papierkorb bringt da nichts, aber ich trage sie in den übertragenen

 

maus: ich stürze mich gleich selbst hinein

 

meister eckhart war der meinung, man solle nicht etwas tun, um etwas dafür zu erhalten, sondern "sunder warumbe" (ohne warum)

 

er war der meinung, "dass der mensch gott zu werden vermag in der liebe". ähnlich auch andere vertreter + -innen der mystischen tradition. schöpfer, schöpferin und schöpfung nicht zwei.

 

vertröstung auf das diesseits

 

die religionskritik des 19. jahrhunderts wandte sich gegen die "vertröstung auf das jenseits". die religion stimmt ihr zu, wenn damit gesagt werden soll: hier könnt ihr darben, dort wird es dann besser. die theologie des 20. jahrhunderts hat das gegenwärtig werden des zukünftigen herausgearbeitet.

 

wenn ich nicht schlafen kann und finde, dass die kräfte, die an mir herumziehen allmählich destruktiv werden, nehme ich nicht ein schlafmittel, sondern setze mich eine halbe stunde in den lotussitz. wieder hinlegen. tiefschlaf. eine therapie, ein medikament aus dem buddhismus. solches den menschen zu vermitteln: ein ganz wesentlicher auftrag der religion. buddha erwachte nicht zuletzt zur einsicht, dass ein mittelweg zwischen askese und wohlstandsverwahrlosung für ein lebendiges leben das beste ist - auch für die gesundheitspolitik.

 

leonard cohen war bei sasaki. ca. 1983 war ich bei ihm auf einem dai-sesshin in oesterreich. am meisten war ich bei lassalle. machte aber solche ausflüge. auch zu willigis jäger. sass lange bei einem schüler von deshimarou. von ihm her kamen zwei japanische zen-mönche nach bern. während des za-zen begannen sie plötzlich zen-gedichte vorzutragen, eine art gesang - übertrifft alles, was ich je an literatur gehört habe (obschon ich kein wort verstand). sagte lassalle theologie, meinte er, was er ab 1918 am jesuitenkolleg gelernt hat, und was in der sendung dargestellt wurde - alles längst vergangenheit. das war nicht seine stärke. eher der kollegiale seemannsgruss und viel anderes. wenn ein glassman ein offenes haus eröffnet, kann ich nur den hut ziehen. gehöre seit 1979 zu den europäern, die den vollen lotussitz können. die dialogpartnerin des zen-buddhismus und auch westlicher erscheinungsformen der mystik ist, wäre die offenbarungstheologie. da war die stärke der sendung nicht zu finden. hat mich aber gefreut, einige wiederzusehen und mir bisher unbekanntes zu vernehmen: zb der imperialismus haradas. ich hatte mal das gefühl, dass lassalle, der begründer der friedenskirche von kamakura, mit einem gewissen vorbehalt über harada spricht. kapleau habe ich damals mit grossem interesse gelesen. zen-arten ohne betr. koan (oben, hier nicht) erscheinen mir immer wieder etwa als etwas sehr romantisch, enthusiastisch, brutal. . . 

 

"that's zen", sagte eben der rapper von "iswhat?!" (usa), an deren konzert ich z'tanz war

 

unter druck, unter zwang, mit kommunikativer gewalt füllt der meister den schüler ab. er will nicht, aber: "du hast hier nichts zu sagen!" betrunken fällt er ins gebüsch. als er aufwacht, entdeckt er, dass er in einem hundedreck gelandet ist.

 

was wäre es gewe-zen?

 

hätte er dem meister den alk ins gesicht geworfen, wäre er womöglich zum abt des klosters avanciert

 

hätte er mit der hand auf den boden gewiesen: "hier ist der mund buddhas" und das fluidum ausgeleert - aber während oben kleider hätten dran glauben müssen, wäre da der boden, evtl. ein teppich. . .

 

"was du mir einschenkst, ist so kostbar - ich will es für immer aufbewahren, wenn ich gestorben bin, soll es ins museum gebracht werden." verneigt sich und geht ab.

 

die moral der geschicht, die der meister dem schüler mit seiner brutalität oder "brutalität" mitteilen will, ist wohl: wenn du dich nicht angemessen wehrst, wirst du abgefüllt (mit werbung, religion, falschen meditationsanweisungen und sonst allerhand), abgespiesen etc - und landest im dreck

 

ich jahwe dein arzt (ex 15.26) - da müsste nun noch eine ärztin dazukommen: auch etwas gegen die verteuerung

 

"Sie haben zu wenig sauerstoff", sagt die schwester. "wadampadampadandam!" antworte ich mit mittelstarker stimme. die sauerstoffanzeige steigt markant an. "jetzt ist es gut", sagt sie und geht mit ihrem wägelchen ein haus weiter.

 

die ursache des irdischen wird zur irdischen existenz und damit zur nicht-existenz, was den glauben an ihre existenz ermöglicht und sie auch erkennbar macht, hörbar, sichtbar, verstehbar, vorstellbar, begreifbar, fassbar. . . 

 

"wer sich nicht auf den weg der versöhnung begibt, landet in der verdammnis." "ich kann mir kaum vorstellen, dass es menschen gibt, die nach dem tod nicht in die göttliche liebe hineingenommen werden wollen." auch dieses zweite wort stellt die frage: kann ich dann das? ethik und anthropologie kommen an eine grenze. 

 

ewiges leben, aber nicht ewige krankheit

 

der durch den tod von buddha, christus. . . verursachte tod während des lebens ermöglicht zu verstehen, was schöpfung ist. die bio-chemischen verbindungen, die dabei frei werden, sind die alternative zur droge (ohne oder mit anführungszeichen). ohne das wäre ich von gott enttäuscht: "er oder sie hat uns zuwenig mitgegeben", würde ich denken, "schon im urknall muss etwas schief gelaufen sein."

 

die nicht-welt kommt in die welt

 

1977 begann ich mit einer sanften form von hatha yoga. bald die grosse atmung und nach dreiviertel jahren erleuchtung. yoga geniesst seither meinen respekt. illusion gehört zum leben. und vorpersonale erfahrungen und die advaita-erfahrung gehören wesentlich zum leben. aber ich glaube, dass durch die schöpfung aus dem nichts das auch in der vereinigung selbständige personsein entsteht, das durch die vollständige verwandlung von tod in leben durch den tod hindurch bewahrt wird. vollkommenheit impliziert auch die aufhebung des gegensatzes von traum und wirklichkeit.

 

advaita: nicht-zweiheit

 

gegen weihnachten bin ich wie auf einem rad, das immer weiter nach unten dreht. das heisst nicht, dass es mir besonders schlecht geht. auch ruhe gehört dazu. zwischen weihnacht und neujahr ist der tiefpunkt erreicht, und es geht wieder aufwärts.

 

andreas urweider weist im dossier darauf hin: die stadt bedarf nicht der sonne noch des mondes. dort wird es keine nacht mehr geben (off 21.23 und 25). eberhard jüngel interpretierte das in den achtzigerjahren als "selbstleuchtende kreatur". mir war das schon damals zu urban: selbstleuchtend aufgrund von erleuchtung recht verstanden ja. aber mit sonne, mond, tag und nacht.