2014

 

 

erinnert an hiob, der ja gewissermassen gefragt wird: "wer hat den boden unter deinen füssen gemacht?" - in meinen augen ist seine geschichte die geschichte der rechtfertigung des selbstgerechten - ohne boden unter den füssen kann er ja nicht gerecht sein und gerecht handeln

 

seit 27 jahren setze ich mich mit der medialen vermittlung von religion auseinander und publiziere seit fünf jahren - unter weglassung dessen, was gemein wäre - , was sich daraus ergibt, auf dem internet

 

obschon der himmel bedeckt ist

leuchten die wiesen

 

fassen

lassen

 

wir sind eine enorme belastung für umgebung (weltweit) und umwelt - ich vermisse die fragestellung, ob es nicht möglich sein könnte, anstatt weiterhin in einem solchen ausmass opfer zu fordern, sich selbst zu opfern

 

die vermittlung des wissens, dass es vorkommen kann, dass zwei kein kind bekommen, in den aufklärungsunterricht integrieren - die möglichkeit des nicht soll selbstverständlich werden, nicht der erfüllte kinderwunsch

 

guten tag herr haas

 

anfang achtzigerjahre sass ich nachts im clubraum einer alten, verlotterten studentenhütte auf dem oesterberg tübingens - es war ganz still - und las meister eckhart. das seelenwipfelin, der seelengrund, abgeschiedenheit - meine studien blieben nicht erfahrungslos. es dünkte mich irgendwie, dass eckhart in seiner metaphysischen sprache, wie man es vielleicht nennen kann, christus - gewissermassen - malt. und nicht nur das: in seiner beschreibung des unsagbaren erschien mir der durch patriarchalische kategorien nicht sagbare weibliche aspekt der wahrheit.

 

1985 begegneten wir uns an einem kollegium generale zum thema mystik in bern, das ich als geringster der beteiligten mitinitiiert hatte und von tübingen her besuchte. 1983 hatte ich in einer vorlesung zum lutherjahr von heiko a. oberman die theologia crucis des reformators als - mit einem wort aus der sendung umschrieben - die eigentliche "erdung" des christentums erkannt. damit hatte ich bei Ihnen keinen erfolg. "nicht wissen - es sei denn den gekreuzigten jesus" (1kor 2.2) interpretierten Sie sogleich als "den kosmischen christus", und meine these, dass das nichts auch als nihil negativum zu verstehen sei, kam bei Ihnen nicht gut an. im seminar war dann auch ein student sogleich der meinung, wir sollten von dem ausgehen, was dasteht - keine systematisch-theologische einordnung. Sie sagten auch, bei eckhart gebe es ein "absolut unsagbares" - während mir zu schwanen begann, dass dieses mit weiblichen kategorien durchaus sagbar ist. in dem gedanken gott und schöpfung zusammen das eine schien mir das "das liegt nicht an mir", das Sie am ende der sendung vertreten, gefährdet. heute tendiere ich zur ansicht, dass das eine phänomene aus der zweiheit auf sich selbst projiziert. und in der diskussion um das atheismusnahe christentum (klaas hendrikse und ella de groot) sehe ich die mystische tradition als gemeinsamen bezugspunkt. sie will die analogie von einem gewissen punkt an nicht mehr, beginnt aber dann doch wieder - analog - zu reden.

 

1984 hatte ich in deutschland die grosse bewegung mystik und spiritualität - recht verstanden - verlassen. als ich 1987 in die schweiz zurückkehrte, war ich verwundert, wie sehr sie mich verfolgt hatte, respektive mir in meine heimat vorangegangen war. damals begann ich mich mit der medialen vermittlung von religion auseinanderzusetzen - und die sendung hat mir verraten, welcher germanistik-professor nicht zuletzt hinter ihrer mystisch-spirituellen orientierung steht. 

 

was Sie am anfang der sendung über das lesen eines buches sagten, liess mich aufhorchen. mit dem rudern am pc habe ich mich befreundet. aber da noch ein handy-anruf und dort noch ein piepsen, das gibt es bei mir (auch) nicht.

 

in diesem sinne

 

meister eckhart schreibt in seiner ersten lateinischen predigt zu jesus sirach: in der lauterkeit der absicht soll der prediger nur christus meinen (intendere), den gekreuzigten, nichts anderes. niemand ist dazu tauglich genug - es sei denn durch den heiligen geist.

 

ich trage meinen staubsauger zu grabe

den ich 27 jahre gehabt habe

 

eberhard jüngel hat in den achtzigerjahren gesagt, zum erwachsenwerden gehöre die ablösung der frage nach dem sinn durch die frage nach der wahrheit. das würde ich nicht unverändert übernehmen: mit der vermehrten teilnahme der teinehmer i n am gesellschaftlichen diskurs gewinnt auch die frage nach dem sinn an aktualität. das innerste der gesellschaft ist das kind, dann seine erstbetreuerin. . . was sich am kind orientiert, was die verbindung zum kind nicht verloren hat, hat sinn. die sinnerfahrung würde ich zwei zentimeter oder etwas mehr unter den augen lokalisieren - "würde", weil ich mir nicht sicher bin, ob man das tun soll - etwas jedenfalls, was durch stirngenerierende, gesichtentwendende designstrategien leicht verloren geht.

 

bei vielen menschen ist die verbindung der spezifisch menschlichen gehirnregionen nach unten zum mentalen, mythischen, magischen und archaischen so weitgehend abgerissen, dass ihnen keine sinnerfahrung mehr möglich ist. 

 

"sei wie du willst, namenloses jenseits!" (schiller)

 

guten tag herr haas

 

zu meiner zuschrift vom 01.03. möchte ich noch etwas hinzufügen: in einem interview, das ich nicht mehr aufspüren kann, sagen Sie, in der reformation werde die gegenwart gottes zur gegenwart des wortes gottes. ich denke in richtung einer coincidentia oppositorum. wenn man nämlich bedenkt, dass das erste - recht verstanden - auch ein wort oder durch das wort ist und auch beim zweiten wort nicht irgendein erfahrungsstörendes wort, sondern das sich selbst offenbarende wort ist, kommen sich das katholische und das reformatorische eigentümlich nahe.

 

erwacht - und zugleich im tiefschlaf

 

von einem bestimmten grad von erleuchtung an, brauche man keinen schlaf mehr, habe ich mal gelesen - was immer daran ist: in der sendung habe ich die fragestellung vermisst: wieweit kann, während wir wach sind, dieselbe regeneration geschehen wie im schlaf? wird, wer wenig schlaf braucht, zu recht in den bundesrat gewählt?

 

zum glück denke ich beim nachhören daran, dass am anfang der trailer kommt, und drehe die volumen entsprechend zurück. dann die stimmen: im interview sanft und leise, aus dem studio laut und grell. auch am ende stress: der trailer. wie er naht, flüchte ich ins badezimmer, und kann ihn so einigermassen abwettern. wie sollen wir da noch schlafen?

 

pennsum

 

als gesagt wurde, kinder könnten nicht nichts tun, sah ich in meiner erinnerung, wie eine achtjährige nachbarin sich bewegt: nicht mit angewinkelten armen, wie es im turnunterricht oft empfohlen oder befohlen wird, sondern mit ausgestreckten armen tastet sie sich durch den garten - eine meisterin des wu wei

 

es ist nicht gesagt, dass "unnütze dinge tun" aus dem zweiten thessalonicherbrief das heisst, was in der sendung vorausgesetzt wurde. es könnte ja auch ein echtes problem bestanden haben. ho me ergazomenos, wer nichts tut, wird gerechtgesprochen (röm 4.5), wer mit christus gestorben ist, nichts tut, was der liebe widerspricht, nicht ein gesetz erfüllen will, obschon es gar nichts nützt. das wäre die textstelle für diese sendung. der römerbrief ist von paulus. der zweite thessalonicher nicht.

 

zen als achtsamkeit und nicht als versenkung wird wohl bald substanzlos

 

geschirrspülen während einer wortsendung verbessert die aufmerksamkeit

 

mit durchspülenden grüssen

 

die gottesdienste bis mitte 90er-jahre habe ich in angenehmer erinnerung. dann wurde die neue lautsprecheranlage eingebaut, und ich sagte zum damaligen sigristen: "das ist dann nichts für mich!" und tatsächlich habe ich mit der zeit kapituliert angesichts der ausdehnenden und kühlen tonwiedergabe, die mich in einen negativen entrückungszustand versetzt.

 

die schöpfung geschieht durch das wort - gerechtgesprochen heisst darum auch gerecht gemacht

 

alles lassen (plotin) und über alles hinausgehen (dionysos) . . . - hat alles seine bedeutung - grundlegender war aber für mich, dass meditation durch offenbarung geschieht und dass das sich selbst offenbarende wort sich nicht in das katholische schema (so kam es mir vor) von meditation eines wortes und darüber hinausgehen einordnen lässt

 

es ist gerade anders: das fleisch gewordene wort ist vom anfang und von den worten menschlicher sprache, die aus ihm hervorgehen, nicht getrennt

 

100

unfruchtbarkeit ist nicht eine krankheit, sondern eine gesunde selbstregulation der welt. in einer gesellschaft, in der unfruchtbarkeit durch schadstoffe entsteht und die ein problem hat mit kindern und karriere, sollen gar nicht so viele kinder geboren werden. für die zukunft sind 12 mia menschen prognostiziert. sollen wir diese welle über uns ergehen lassen und davon ausgehen, dass sie mit der entwicklung der entwicklungsländer vorbeigeht? oder stellt sie einen tsunami dar, der mit ernsthafteren massnahmen abgewendet werden soll als bisher? was ist schöpfung? ein kind aus dem reagenzglas anerkenne ich vollständig wie jedes andere. und seine eltern schon deswegen auch. wir werden alle aus dem nichts - was auch heisst aus dem tohuwabohu - geschaffen. es stellt sich mir auch die frage, ob die menschheit durch all diese vorgehensweisen bis zum hier besprochenen screening - das nicht zur diskriminierung werden muss, sondern zeit, kraft und wirtschaftliche ressourcen freisetzen kann für behindert geborene - von leiden erlöst und zu einem besseren leben kommen soll. aber es überzeugt mich bisher nicht. der vater soll als anwalt des kindes, als der, der die herkunft kennt, dabei sein. und die mutter genau so. absichtlich anders machen soll man das meines erachtens nicht. aber schon deshalb, weil es gemacht wird, werde ich die diskussion um das screening weiterverfolgen.

 

in der buddhanatur ist alles enthalten. das neue testament spricht von der bis huntertfachen gegenwart dessen, was man nicht beansprucht. (mk 10.30) weihnachten bedeutet, dass alle sich auch in begleitung eines kindes befinden. dabei denke ich nicht an das jesuskind. es kann ja auch ein mädchen sein. da würde ich investieren! eine begegnung mit einem kind kann so erfüllend sein, dass man lange zeit keines mehr um sich braucht. die reintegratioin der kindheit. haben oder sein? . . .  . . .

kirche anders?

 

1kor 15.28 eine noch andere öffnung. nicht nur für ein volk, sondern für die ganze welt. was dabei nicht so recht bedacht war: dass jemand anderes auch noch etwas zu sagen haben könnte. nicht nur die vereinigung von vater, sohn und geist, sondern die alles veränderne vereinigung von allem mit allem. das wort sinn ist weder im alten noch im neuen testament auffindbar. die sinnerfahrung kommt in das christentum. nicht nur vater und sohn, sondern auch frau. jesus hat seine jünger nicht einmal den lotussitz gelehrt. . . - das alles kann die kirche samt ihrem bau tatsächlich verändern.

 

ich finde, man muss mal den ganz elementaren bio-chemischen sachverhalt anschauen: der durch den zur erleuchtung führenden tod buddhas während seines lebens und den tod von christus am ende seines lebens verursachte tod während des lebens wandelt das bio-chemische konglomerat sünde in ein leben von angenehmer lebendigkeit, tiefe, ruhe und intensität - nicht ohne leiden - und beeinflusst zusammen mit dem wort vom blut die gefässwand im sinne einer guten durchblutung der haut und allem, was in uns durchblutet wird. das denken einer so verstorbenen weiblichen oder männlichen menschlichen person ist ein liebendes denken, das aber der schärfe nicht entbehrt - was dem interview - so wie es den lesenden zu gesicht kommt - nicht in jeder hinsicht zuerkannt werden kann.

 

das rechte verhältnis

von fleisch

und blut

 

macht auch die schrift sogleich besser

 

am ende der auseinandersetzung mit dem dossier

ein schönes resultat

 

"das eine ist das andere", sagt johannes vom kreuz, was ihn - im zusammenhang, in dem er sagt - zum mystiker macht

 

die auferweckung geschieht im grab

 

alles - auch die ganze vergangenheit

 

sobald du aufhörst, dich zu retten, bist du gerettet

 

beim sprechen hebe ich soweit nicht ab, als die aussprache gelingt

 

meditation als allmähliches denken des sich selbst offenbarenden wortes

 

dass alles alles durchdringt

 

wahrend alle gesprächspartner schweigen, frage ich mich, ob jemand sich durchringen wird, die frage mit worten menschlicher sprache zu durchdringen

 

die interpretation von 1kor 15.28 im dialog mit mystik und atheismus 

 

wir müssen das mit dem glauben auch mal vergessen können, das stört

 

mit möglichst nicht störenden grüssen

 

keine kunst?

 

vor einigen tagen ein star auf einem baum. sein schneller balzgesang erinnerte mich ein an jazz-schlagzeugsolo. nur rhythmisch und auch klanglich viel einwandfreier.

 

gestern abend eine amsel. klangschönheit. die komposition erinnert an moderne klassik.

 

wenn alles künstliche und gekünstelte weggefallen ist, lebt die kunst

 

harnoncourt sagt, soweit habe ich gelesen, die vogelmännchen wollten mit ihrem gesang den vogelweibchen gefallen - was machen denn die menschen anderes? soweit es bei den menschen anders ist, ist es wohl auch bei den tieren anders. noch etwas anderes.

 

gegenüber der elekronisch verarbeiteten musik haben die tiere den vorteil, dass bei ihnen der klangkörper nicht aus metall und kunststoff ist

 

hatte mal die ehre, während ich (ohne elektronik) zur gitarre sang, zur erleuchtung zu kommen. würde nur diese erscheinungsform von vertretbarer, substantieller perfektion in analytischer präzision und musikalischer intuition mit der begabung eines tieres zu vergleichen wagen.

 

led - es wird heller geleuchtet - geblendet - werden wir mit der zeit verblendet?

 

ja, nicht technikversessen, aber andauernd unter dem einfluss der elektronischen wiedergabe von ton und bild. darüber hört man nie etwas, sei es im positiven oder im negativen.

 

was macht eine kurzgeschichte zu einem essay?  

 

kein himmel und kein weiter- und wiederleben, aber eine unendliche sukzession von asche aufbewahrenden für immer - und die asche ist dann doch philippe - ein neuer himmel und eine neue erde, die von grund auf erneuerte gegenwärtige welt - darin philippe in vollkommen erleuchteter gestalt und die vielleicht lange, aber nicht unendliche sukzession. . .

 

1991 brachte swr2 einen vortrag, in dem heidegger ein gedicht von hebel zitiert:

 

wir sind pflanzen, die wurzeln im äther schlagen - nicht nur im erdboden

 

darin zeichnet sich meines erachtens eine überwindung seines antisemitismus ab

 

im selben vortrag sagt heidegger, "die gelassenheit zu den dingen und die offenheit für das geheimnis" ermögliche eine gelingende beziehung zur technik

 

was meines erachtens bedeutet, dass er sich zumindest insofern mit dem halten von rundfunk-vorträgen nicht im widerspruch zu seiner philosophie befand, die mir freilich bei weitem nicht vollständig bekannt ist

 

intressant finde ich: bei heidegger gibt es offenbar so etwas wie die unterscheidung von person und werk (reformation, rechtfertigungslehre, dass luther die juden gewalttätig vertreiben wollte, dazu kann ich an dieser stelle nichts sagen). zwar äusserte er sich kritisch, was ihn aber am zuvorkommenden verhalten nicht hinderte. das ist alles andere als eine abschliessende beurteilung. wird aber die person anerkannt, ist gefahr eines drastischen antisemitismus gebannt. freilich nicht die gefahr der anstiftung. grundsätzlich wäre aber die gegenseitige anerkennung trotz unter umständen gegensätzlicher überzeugung der ermöglichungsgrund einer freien auseinandersetzung.

 

auch in einem krieg kann der einsatz auf leben und tod der geschichte von christus ähnlich sein

 

in einer ikone erscheint das wesen - wenn auch unvollständig

 

wenn ich auf einem solchen bild maria sehe, habe ich veständnis für die aussage, das sei nicht ihr wesen, sondern nur ihre erscheinung - aber trotzdem würde ich nicht sagen, dass das wesen sich überhaupt nicht zeigt

 

ein mehr oder weniger

 

es wird zu recht unterschieden zwischen erleuchtung und den ihr vorangehenden erfahrungen - aber die erleuchtung zeigt sich im andern nicht überhaupt nicht

 

ebenso sinnvoll ist die unterscheidung zwischen idee und erscheinung - aber die idee zeigt sich in der erscheinung

 

das wesen erscheint in der existenz

 

die unterscheidung zwischen einer absoluten und einer relativen welt, die etwa im dialog zwischen zen-buddhismus und christentum vorkommt, hat ihre bedeutung - aber die seele ist bis auf ihren tiefsten grund geschichtlich

 

alarm

 

ein dossier zum thema "offenbarung" und keine frage nach ihrem verhältnis zur vernunft - obschon diese fragestellung in den verbreiteten diskussionen berteffend kreationismus, nahtoderfahrung und jenseitsforschung immer impliziert, fast ein bisschen omnipräsent ist

 

das problem besteht nicht in der anwesenheit des einen, alarmierend ist die abwesenheit des andern

 

es gibt auch eine coincidentia oppositporum von vernunft und offenbarung - damit verliert aber ihre unterschiedenheit nicht ihre relevanz

 

offenbarung als "eine wahrheit, die sich nicht fassen lässt" - darauf bin ich in meiner nachricht vom 08.03.2014 eingegangen

 

wäre der ball unfassbar, wäre das ballspiel unmöglich

 

wer sagt "unfassbar", setzt sich auf den ball

 

"lass alles!" sagte plotin und wurde zum ahnvater der westlichen mystik

 

du schweigst - ich rede

 

lassen als grundprinzip verunmöglicht den dialog

 

inkarnation - das unsichtbare wird sichtbar - das auge fasst das sichtbar gewordene wie die hand den ball

 

offenbarung ist schöpfung - der verstand wird instand gestellt, so dass er versteht

 

interpretier

argumentier

reformier

dir zur zier

mit offenem visier

 

und beginn nicht gleich zu giften

wenn in deinen augen

andere abdriften

 

alles hat ihre grenzen

 

es gibt schon wahre und falsche interpretationen - aber von beidem nicht nur eine

 

es zeichnet sich eine zweiklassensterbehilfe ab. einerseits verstehe ich das, andererseits frage ich mich, ob sich damit nicht auch das ende der sterbehilfeorganisationen abzeichnet. an diesem modell stimmt etwas nicht. ein anderes: dann in eine sprechstunde, wenn es aktuell wird.

 

der wille

ein sanfter hauch von materie

warum nicht?

 

kein problem, wenn alles aus der materie, der mutter, geboren wird 

 

mein verstand kommt mit dem universum nicht zu rande

 

weder rand

noch kein rand

 

zu sagen, ich hätte alles verstanden, hat keinen sinn

 

materia mater

wo ist der vater?

 

albert hofmann in einer widmung eines buches an meinen vater

 

jungfrauengeburt?

 

umgekehrt sagt die dogmatische tradition, der vater zeuge ohne mutter

 

fruchtbarkeit - die beide verändernde vereinigung von beiden

 

die welt erscheint mir als durchgehend kausal bis zur aufhebung der person - was auch die mystischen traditionen sagen - die im übrigen das problem darin begründet sehen, dass ein erstes ein zweites erkennen will

 

wenn wir etwas nicht voraussehen, nicht vorausberechnen können - ein kurzschluss zu sagen, es sei nicht voraussehbar, vorausberechenbar, zufall, nicht notwendig, nicht kausal

 

nicht notwendig ist die konsequenz aus unseren beobachtungen, die welt sei kontigent, nicht aus sich selbst erklärbar

 

hans-dieter mutschler ist wohl tendentiell ein katholischer theologe. darum spricht er von kontingenz (dass die welt zufälliges enthält) und metaphysik. mir - ich verstehe mich als vertreter einer ursprünglich-protestantischen theologie - kommt es nicht darauf an, ob seeliche und geistige inhalte erscheinungsformen der materie sind oder nicht oder umgekehrt. die protestantische theologie kennt auch keine übernatur.

 

determination, freiheit und schuld widersprechen sich nicht - die befreiung zur freiheit durch eine andere, weitere kausa - ich kann mich als schuldig erfahren, schuld anerkennen, vielleicht zum teil wiedergutmachen, eingestehen, dass sie nicht vollständig wiedergutgemacht werden kann - und zugleich in der theorie mein verhalten vollständig auf vor mir liegende ursachen zurückführen

 

hans-dieter mutschler sagt, der glaube an die auferstehung sei zustande gekommen, weil die damaligen nicht glauben konnten, dass ihr vertrauen ins leere gehe - grundlegender wäre das argument, dass die verheissung nicht unerfüllt bleibt

 

der glaube aus der offenbarung, das wissen aus der vernunft - oder auch aus der offenbarung. es spricht für die sendung, dass sie nicht "glauben und wissen" heisst. vernunft ist aber weniger individuell als der glaube, von weltvernunft ist die rede. am besten wäre das thema mit "vernunft und offenbarung" bezeichnet.

 

die schöpfung aus dem nichts und die verwandlung von tod in leben können von der vernunft nicht bewiesen werden. nicht vernunftwahrheit, sondern glaubenswahrheit. und weil der glaube aus der offenbarung kommt, am besten offenbarungswahrheit. die vernunft soll ruhig fragen, ob das stimmt. beim hören der sendung - in der das wort offenbarung nicht vorkommt, es sei denn in der formulierung dessen, was sich "in jesus auf einzigartige weise gezeigt hat" (nicht ausschliesslich, sondern einzigartig, karl rahner) - könnten zweifel aufkommen. aber es ist ein gebot der vernunft, sich damit auseinanderzusetzen, wenn man es anders sehen will. auch dass es eine von der vernunftwahrheit unterschiedene offenbarungswahrheit gibt, ist eine offenbarungswahrheit. sie ist für die reine vernunft nicht notwendig, und von der praktischen vernunft wird sie lediglich "postuliert" (immanuel kant). hans-dieter mutschler, der auch in dieser sendung sprach, sagt völlig zu recht: die vernunft sagt, dass es sein k a n n . umgekehrt ist es nur der reinen vernunft evident, dass zwei und zwei vier sind. die offenbarung kann dazu gar nichts sagen. ebenso wenig zur historischen frage, wann salomo geboren worden ist. es sei denn in dem sinne, dass die reine vernunft nur dann ganz rein ist, wenn sie durch offenbarung verunreinigt ist, die erlösung von das reine interesse an der wahrheit störenden anderen interessen.

 

was mich aber mehr interessiert - das vorangegangene habe ich ja schon vielleicht ein dutzend mal gesagt - , ist die frage nach einer coincidentia von vernunft und offenbarung. 1kor 15.28 heisst nach meiner interpretation, dass alles alles durchdringt. dass gott alles durchdringt, ist nicht die spezifische bedeutung, aber dass alles alles durchdringt durchdringt alles. dass vollkommenheit in der vereinigung von allem mit allem besteht, erscheint als vernunftwahrheit. und vielleicht wird die vernunft einmal so weit kommen, dass sie sagen kann, dass es einmal so sein wird und dass dieses zukünftige gegenwärtig werden kann. das müsste hans-dieter mutschler noch zugeflüstert werden, der sagt, "die theologie h a t die einheit der wirklichkeit nicht". ja, sie hat sie nicht, aber sie kann in der gegenwart s e i n . bisher sehe ich nur die möglichkeit, dass diese alles verändernde vereinigung von allem mit allem, die als solche nicht dann erkennbar wird, wenn man sie auseinandernimmt, sich selbst offenbart.

 

durch vernunft lässt sich eine ethik begründen, zb aufgrund der erfahrung, dass gewalt gewalt erzeugt. das gewalt nicht sein soll, bedarf aber einer letztbegründung, sei es nun im glauben an die vernunft oder an die offenbarung. und die repräsentanten der vernunft und der aufklärung sind gegenüber der sie umgebenden religion nicht abgeschottet. ich sehe da immer eine schildkröte sich unter einem zaun durchgraben und nach paris wandern. man braucht nicht zu sagen "ich glaube an christus", um von ihm, dem vernunftbegabten, beeinflusst zu sein. umgekehrt war er von der vernuft seiner zeit und vergangenheit mitgeprägt. vernunft kommt von vernehmen. die gegenwärtige sprirituelle theologie ist weitgehend von der mystik bestimmt: eines - kein zweites. nicht vernunft und offenbarung, sondern . . .

 

man könnte sagen, dass die vernunft sich offenbart, und dass sie deswegen einer menschlichen person ähnlich ist. das ist mir heute gerade neu. die konsequenzen kann ich nicht auch gleich noch ziehen. aber ich hätte nichts dagegen, wenn der streit zwischen aufklärung und theologie etc sich in minne auflösen würde.

 

p.s. gerade sehe ich auf srf.ch, dass der himmelfahrtstag in evolutionstag umbenannt werden soll. da wäre ich gar nicht unbedingt dagegen. aber ich nehme an, theologische aufklärung hätte zur folge, dass die darwin-gesellschaft von ihrer opposition gegen den ursprünglichen namen abkäme.

 

coincidentia oppositorum

 

soweit vernunft und offenbarung einander durchdringen

 

1976 wurden wir erstsemestrigen gefragt, was unsere motivation sei, theologie zu studieren - meine vorredner und vorrednerinnen sprachen alle von handlungsorientierten, sozialen motivationen - ich sagte - und daran hat das letzte wort der sendung mich erinnert - : "weil christus zur rechten des vaters ist und dort für uns eintritt" - während ich sprach, sah ich ein wunderbares rotes licht - auch sozial

 

ohne brille sehe ich weniger - und das ist mehr

 

bleib, wo du bist

 

die ärgsten sind die heterosexuellen - wir wissen nicht wohin mit dem massenprodukt mensch respektive mit seinen radioaktiven abfällen

 

man hört viel darüber, was, wer einen kinderwunsch hat, aber kein kind bekommt, tun kann und tun sollen kann, um doch ein kind zu bekommen. relevant wäre doch auch die frage, wie es möglich ist oder eventuell möglich wäre, mit einem unerfüllten kinderwunsch fertig zu werden, wie er anders in erfüllung gehen könnte oder kann.

 

die biologische betrachtungsweise sagt, dass ein embryo mindestens bis am 34. tag nach der befruchtung unter seiner zerstörung nicht leidet. vielleicht existiert er dann einfach nicht, und es ist nie leiden entstanden. vielleicht befindet er sich auf dem weg zur vollkommenheit und wird unter seiner zerstörung, die er doch wahrgenommen hat, leiden. oder nicht, weil er sie nicht wahrgenommen hat.

 

ich stimme luc recordon zu, dass pid nicht notwenig diskriminierend ist. weniger behinderte kann bedeuten mehr solidarität - wenn man darum "kämpft", wie er sagt.

 

die theologie spricht von der creatio continua, der fortgesetzten, kontinuierlichen schöpfung, an der auch der mensch beteiligt sein kann. was tun? das tun, was sich uns offenbart. mein interesse ist nicht direkt pid, sondern das zusammenkommen möglichst aller argumente.

 

ein kind anerkenne ich unabhängig davon, wie es zur welt gekommen ist

 

der buddhismus sagt, in der buddha-natur sei alles enthalten, und das neue testament spricht von der bis hundertfachen gegenwart dessen, was man nicht beansprucht (mk 10.30). die reintegration der eigenen kindheit. die freiheit 100 kinder zu haben.

 

guten tag julia

 

diesen namen trug eine dreijährige kleine freundin meiner wenigkeit. wir spielten im gras, und auf einem ruhebett waren wir auf einem schiff. darum dünkt mich, an Ihren ausführungen müsse etwas sein.

 

die planetin erde gehört niemandem. sie gehört allen. darum sollten auch alle sich niederlassen dürfen, wo sie wollen. das ist logisch. andererseits haben erdbewohnerInnen staaten geschaffen. daran dürfen aussenstehende nicht ohne weiteres teilhaben. das ist auch logisch. diese beiden logiken gilt es zu vermitteln. ein staat ist einem haus vegleichbar, in dem nicht einfach alle wohnrecht haben. eine dritte logik sagt, dass die kinder derer, die mit recht darin wohnen, auch darin wohnen dürfen.

 

dass solche horden in unser land kommen könnten, ist mir gerade neu. darum kann ich mich nicht sogleich von dieser befürchtung lösen. aber es scheint mir auf der hand zu liegen, dass der strafvollzug noch mehr überlastet würde. und wir wissen immer noch nicht, wo wir unseren atommüll endlagern sollen. mit der bevölkerungszunahme hätten wir davon dann noch etwas mehr - es sei denn, wir arbeiten so daran, dass wir durch die internationale verflechtung einen humanitären und oekologischen staat finanzieren können, worauf Ihre überzeugung ja sicher unter anderem hinausläuft.

 

"ein bisschen im stau stehen", "ein bisschen dichtestress" gehöre zum leben, monierten doris leuthart und johann schneider-amman im abstimmungskampf. "jetzt reicht es mir!", rief ich nach dem zweiten bisschen in gedanken aus. das haben wir ja bereits. konnte mich aber wieder auffangen und nein stimmen.

 

bei Ihnen verstehe ich nicht, warum Sie luanda nennen. luanda ist doch eben gerade eine der wirtschaftsmetropolen, in denen man kaum mehr leben kann, weil alles dorthin strömt. die strassen verstopft, bewaffnete überfälle, der öv schlecht, sonntag morgen um vier wird bereits wieder gebaut, probleme mit strom, wasser, kanalisation jedenfalls in den ärmeren vierteln, ein unsensibler bauboom . . .

 

to pneuma - das heilmittel gegen das stierwerden

 

anna, belle!

 

blocher sieht die welt in einer allmächtigen hand, ziegler unsere hände als die einzigen. wie sähe die politik blochers aus, wenn er mehr von der menschwerdung aus denken würde. und führt das ausser acht lassen anderer worte von der hand bei ziegler nicht zu aktivismus? im ton der einen hand (zen) liesse sich beides vermitteln. und es könnte auch eine der hand einer frau ähnliche hand sein.

 

blocher spricht implizit von der vergebung der schuld durch den tod von christus. man müsste aber auch sehen, dass der tod mit christus einen menschen verwandelt. das ist politisch relevant. sinn auch im gesicht der -in mit der hand. weder hat das leben sinn noch muss er ihm gegeben werden. es bekommt ihn von ihr - es sei denn, man identifiziert sie und das leben. bevor wir etwas tun. das bestimmt unser tun. was ist gnade und vorsehung, was nicht?

 

schliesslich: das leben während des sterbens, nach dem tod, die zukünftige vollkommenheit sind zwar "ganz anders" als die ungerechtigkeit, aber ähnlich wie die gegenwärtige gerechtigkeit. man kann nicht sagen, ich muss nicht wissen, wie es sein wird. alles kommt an ein barmherziges licht und wird darin beurteilt. alle werden mit allen versöhnt. auch das ist politisch relevant, wenn nicht brisant.

 

man muss nur an die vielen heizungen denken, die trotz hochsommerwärme nachts anspringen

 

der heilige geist heizt anders

 

"die vorsehung habe ich auch erlebt, als ich hinter einem mann herlief, der auf eine mine trat, während ich verschont wurde" - so wie er im text daherkommt ein sehr heikler satz

 

"er da, jean, hat wahnsinnig viele fehler. vor allem verkündet er eine komplett falsche politische botschaft. aber er ist nicht verloren!" (christoph blocher) - habe den text eben nochmal abgesucht: bei jean ziegler finde ich keine analogie (oder doch: er habe auch gutes getan) - die befreiungstheologie hat ja immer noch das nadelör und das ewige feuer auf der anderen seite (mt 25) - die rechtfertigung der gottlosen durch den tod von christus ist aber grundlegender als die primäre option für die armen und die polemik gegen die reichen

 

"der mensch ist, was er tut. wer nichts tut, dessen leben hat auch keinen sinn." (jean ziegler) das ist werkgerechtigkeit - eine gemeinheit gegenüber denen, die durch unfall oder krankheit ausser gefecht gesetzt sind - sie tun zwar nicht nichts, aber. . .  

 

und das wort von den einzigen händen lässt die, welche irgendwo ohne gegenwart eines anderen menschen sterben, im stich

 

"jesus wird jeden tag neu gekreuzigt, und es muss jedem von uns darum gehen, das zu verhindern. eine mission, die diesen namen verdient, ist nur in der praxis möglich." (jean ziegler) - in dem wort, dass die welt durch das wort geschaffen wird, ist der unterschied zwischen theorie und praxis aufgehoben - würden sich alle den arbeiterpriester, von dem jean ziegler erzählt, zum vorbild nehmen, würden die krankenkassenprämien definitiv unbezahlbar

 

"arbeiten ist beten" - einerseits - andererseits hat jesus nach dem bericht des neuen testaments nicht andauernd gearbeitet - er ging jeweils an den ölberg

 

"ich danke Ihnen für Ihren klugen, interessanten brief"

(jean ziegler)

 

den eigentlichen grund, warum du nach gerzensee ziehst, hast du uns noch nicht verraten: aus deiner erfahrung mit moossee und aare wirst du dort kurse im wandeln über das wasser anbieten. wenn auch bei mondschein, werde ich mich auch für einen anmelden.

 

die welt, die ihre geschöpflichkeit verloren hat, ist das tohuwabohu, aus dem wir geschaffen werden

 

kondition

nicht für sport

sondern für bewegung

von ort zu ort

 

wurde auch regelmässig in die verteidigung gestellt. als aber mal ein fussballheld sich in einen finger schnitt, fiel ein zweiter fussballheld gleich in ohnmacht. mit dem lehrer zusammen versorgte ich die beiden. jahrgangsbester war ich im 1000 meter lauf und im langlauf. die kondition ist bis heute recht gut abrufbar. aber ich brauche sie nicht für sport, sondern um wandernd oder per dauerlauf (zeit - weit) von ort zu ort zu gelangen.

 

tv-fussball schaue ich nicht. du lieferst ein gutes wort: trance. aha, darum nicht zuletzt schauen so viele. gestern in der stadt sah ich im vorbeigehen, wie ein engländer einen ball vor dem offside bewahrt und ihn dann mit einem kräftigen stoss in richtung tor. . . das imponiert mir schon. aber dann der gedanke, dass die spieler sich mit schmerzmitteln verladen, bis sie nichts mehr spüren - und die trance meinerseits ist vorbei.

 

echter schon die achtjährige, die mit dem ball jongliert wie die grossen fussballer und auch sonst eine meisterin der bewegungskunst ist.  . . .  das spiel lasse ich mir aber - wie in der musik - nicht ganz verderben, merke aber, dass ein tieferes interesse woanders liegt

 

mit normalen grüssen

 

flüchtlingstag

 

51 millionen auf der flucht oder auf der suche nach asyl

 

der gang der welt? ohnmacht?

 

wenn man den falschen gang drin hat, schaltet man am besten in einen andern

 

sport ist die kunst, sich nicht ohnmächtig zu fühlen

 

die berichterstattung am rande verfolgend: gibt es in der schweizer mannschaft auch noch einen schweizer? das zusammenspiel verschiedener - das zusammenleben mit andern.

 

kondition

nicht für sport

sondern für die eigenfüssige bewegung

von ort zu ort

 

für das eigenhädige mähen und trimmen

ohne in der maschinen konzerte einzustimmen

 

würden wir die energie, die wir in den leistungssport inverstieren, dem elementaren leben zuführen, könnten wir womöglich die akw abschalten und eine humane flüchtlingspolitik aufschalten

 

ein warmer sommerabend

in einem dichten wald

der duft all dieser harze

gesund

 

wäre gerne mehr im wald

doch leider wird das nicht so bald

sein

 

das sind interessante seiten im kulturtipp: "an der schönheit der geschöpfe wird ihr schöpfer wie in einem bild erkannt." seine schönheit, nehme ich an. und dann drei seiten weiter: die toskanischen inseln "sind die perlen der venus, die die göttin verlor, als sie aus dem meer stieg". wer ist mehr benachteiligt, wenn in der jüdisch-christlichen tradition gott fast nur als mann verstanden wird: die frauen oder die männer? der gottesknecht hat weder gestalt noch schönheit (jes 53.2). dafür scheint mir diese tradition zuständig zu sein, und: wer seine schönheit retten will, wird sie verlieren. wer sie verliert, wird sie gewinnen. wie in der östlichen und westlichen mystik: die aufgabe des unproduktiven willens, zur schönheit zb. das schöne wetter, bei dem die sendung aufgezeichnet wurde und gehört werden konnte: ein gleichnis für ohne jegliches zutun unsererseits zustande gekommene schönheit.

 

mit platonisch-kantianisch-religionsoekumenischen grüssen

 

das thema homosexualität habe ich hinsichtlich der benachteiligung aus platzgründen weggelassen - ebenso die notwendigkeit, den klimakollaps aufzuhalten, zur erhaltung der schönheit des wetters

 

friedrich schleiermacher sagt: "religion ist passives anschauen des universums, das sich offenbart und den menschen tief berührt. ihr wesen ist weder denken noch handeln, sondern anschauung und gefühl." 

 

die bekanntschaft mit ausserirdischen kann uns in (nicht) unbekannte schwierigkeiten bringen 

 

wenn ich mich recht erinnere, war es augustin, der von der wandlung der wissbegierde in die liebe zur wahrheit sprach. die naturwissenschaftliche neugier ist nicht einfach kongruent mit der wissbegierde. ich erwähne das wort augustins zur meditation. ohne etwas zu unterstellen. jedenfalls aber hinsichtlich eventueller zukünftiger reisen:

 

exportier

nicht die gier

 

adam und eva lassen das jeweils andere in ihre durch das firmament abgegrenzte verwandtschaftliche welt hinein. insofern ist der griff nach den sternen ein positives wahrheitsmoment. aber es stellt sich die frage, wie hoch forschung greifen soll. ihr gegenstand könnte alltäglicheres sein, ist es ja meist auch. ginge es darum, in der biosphäre zu bleiben? nicht der griff nach den sternen, sondern nach der frucht am baum? 

 

wären wir erleuchtet wie der weltraum

würden wir auf der erde bleiben

 

neben dem erweiterten zuwanderungsproblem der erweiterte religionsoekumenische dialog

 

das innerste wesen von trennung und gegensatz ist der tod. der tod des todes. seine integration in das leben. seine transformation in leben. nicht im erkenntnisbereich der reinen vernunft, aber der durch offenbarung begründeten, offenbarungsgestützten vernunft. coincidentia von vernunft und offenbarung durch ihre gegenseitige durchdringung. vielleicht doch ein thema der naturwissenschaft?

 

die theologie ist immer theozentrisch – und behauptet doch, dass gott sich leidenschaftlich für den menschen interessiert. die winzigkeit des menschen im universum zeigt, wie atemberaubend diese aussage ist. (andreas krebs)

 

der mensch als sandkorn ist manchmal das, was von religion noch bleibt - bis man sich dann über etwas aufregt - und grösser wird als das ganze universum - oder ungerechtigkeit erfährt oder sieht - "theozentrisch" ist nicht mein wort, aber insgesamt eine ganz wesentliche theologische aussage

 

religion als gefühl für unendlichkeit? im reformierten konfirmandenunterricht meiner kinder tönte das noch anders. da drehte sich alles um den menschen. (kathrin altwegg)

 

es freut mich, in einer weltraumforscherin und planetenwissenschaftlerin gewissermassen eine komplizin zu haben - seit mehr als einem viertel jahrhundert mahne ich den zu anthropologischen charakter moderner theologie und medialer vermittlung von religion an

 

"univerum" ist auch ein bedenkenswertes wort. vielleicht können wir uns via interpretation durch freie assoziation den ausserirdischen lebewesen annähern - wenn es nicht gar sie sind, die sich uns annähern, indem sie uns auf fehlleistungen bringen.

 

erst wenn alle stecker gezogen worden sind, wird der strom wieder in uns fliessen (kutti mc)

 

manchmal gezogen

manchmal ungezogen

fliesst er am besten

 

dieses wiederentdeckte lesevergnügen gibt es bei mir nicht - weil die sonntagszeitung mit dem lieferwagen verteilt wird - und das erst noch am frühen sonntag morgen

 

die spieler können härter antreten, weil sie wissen: der schmerz kommt nicht

 

seit 2008 (essay günter amendt) interessiere ich mich noch etwas weniger für fussball als vorher - auch wenn ich in jenem jahr die spanier bewunderte mit ihrem tanz-spiel - die einzigen 15 minuten, die ich damals mitververfolgte - heuer 15 sekunden

 

ein eigenartiger traum - "die irascibilität beim hund" war seine aussage. dabei sah ich eine art schlauch, genauer: ein gefäss, das von meiner rechten seite, in mir, von der höhe des gürtels nach oben führte, und damit eine verbindung zwischen dem zweituntersten und dem zweitobersten bewusstseinszentrum schaffte. oder war die verbindung abgebrochen? hat ein hund da eine gute verbindung? oder wird ein mensch, bei dem diese verbindung zwischen dem rationalen und dem magischen abbricht, im negativen sinne zum hund? kurz: seither versuche ich diesen traum zu deuten.

 

bei uv-strahlung besser die augen schliessen - beim vollen lotussitz kann man die beine wechseln - war bis 1984 schüler von pater lassalle - sagte "meditation ganz nach intuition", was lassalle nicht völlig einleuchtete - später "aufgrund von offenbarung" - "das sich selbst offenbarende wort" - verabschiedete mich - finde aber nachwievor, lassalle "das genie unter den westlichen zen-meistern"

 

lassalle war - pointiert gesagt - ein miserabler theologe: man muss sich vorstellen, was an einem jesuitenkolleg kurz nach 1918 gelehrt wurde - sein einfluss auf die von pedro lenz beschriebene gegenwärtige religionslandschaft ist, direkt oder indirekt, gross - etwa 1984 ärgerte mich seine freude an dem wort "die materie existiert nicht" schon ein bisschen - wenige jahre später verunfallte er in seiner wohnung - die folge war ein beckenbruch - bald darauf starb er - aber ich rechne ihm hoch an, dass er nicht, wie andere lehrer, andauernd von achtsamkeit sprach, was ich nicht selten als kontraproduktiv empfinde - anfang 80er-jahre besuchte ich zahlreiche sesshins bei ihm und verdanke ihm viel

 

es geht dabei nicht nur um die frage "was sollen wir tun?", sondern - meiner ansicht nach mehr - um die frage "was ermöglicht das tun, das leben?"

 

dialog auf augenhöhe heisst auch, dass ich von meinem gegenüber etwas erwarte

 

. . . andererseits ist die grosse bewegung mystik und spiritualität wesentlich verantwortlich für dieses wage betreffend so einem dings da

 

wage statt vage: das unbestimmte kann den sinn haben, sich nicht - überfordert durch glaubensaussagen - aus dem gleichgewicht bringen zu lassen

 

man kann fragen, ob es eine reifere entscheidung gewesen wäre, nicht so weit zu gehen. buddha starb auch, während des lebens, wurde aber nicht umgebracht. aber viele seiner nachfolger in späteren jahrhunderten vertraten seine lehre unter einsatz des lebens. bodhidharma sollte vergiftet werden.

 

das neue testament interpretiert es als gehorsam (phil 2,8). gott bleibt sich selbst treu. (eberhard jüngel, trinitätslehre) von mir aus darf man fragen, ob jesus nicht einen fehler gemacht hat, ob er unberechtigt provoziert hat. der berner neutestamentler ulrich luz hat in den 80er-jahren mal gesagt, wenn jesus ohne sünde gewesen wäre, wäre er nicht mensch gewesen. der messias kommt nur als toter infrage. die vollständige heilswirkung erst nach dem ende seines vielleicht auch fehlbaren lebens durch seinen tod. oder gehört der gewaltsame tod - da es ihn nun mal gibt - zur vollständigen menschwerdung?

 

der tod während des lebens ist die überwindung des bösen, die entfaltung des guten - was je nachdem zum martyrium führt oder nicht

 

gott mit jesus gekreuzigt - die intensität, durch die die welt gerettet wird - unabhängig davon, ob jesus während seines lebens vollkommen war oder nicht

 

nichts tun in kanada - bescheidenheit?

 

warum nn hassen?

 

ihr habt gehört, dass gesagt ist: du sollst deinen nächsten lieben und deinen feind hassen. ich aber sage euch: liebet eure feinde. . . (mt 5.43f). das ja und nur das ja (2kor 1.18-20) zu allen. ein differenziertes ja oder nein zu dem, was wir tun. wenn hassen, dann nicht die person, sondern das werk.

 

empfangen durch den heiligen geist

 

jungfrauengeburt

 

sexuelle vereinigung als nicht-wissen

 

sei es, dass sie es niemandem sagen wollten, oder noch anders

 

als nicht-zweiheit

 

vom lufthauch bis zum orkan

weder weiss der schwan von der schwänin

noch die schwänin vom schwan

 

wenn das universum schön ist, ist es doch einer frau vergleichbar - oder was sehe ich falsch?

 

entwicklungspsychologisch sieht es nicht so gut aus, wenn das personale ausgeschlossen wird. das universum ist schon deshalb personal, weil es auch aus personen besteht. zufrieden sind wir mit ihm wohl nur dann, wenn es uns an eine person erinnert, mit der oder in der wir zufrieden waren.

 

bio kaufe ich auch, wenn "umstellung" drauf steht oder wenn nicht sicher ist, ob, was drauf steht, auch drin ist - um die sache zu fördern

 

als der invalidenverband sich in procap umtaufte und begann, nicht mehr von behinderung zu reden, sondern von handicap, fragte ich mich, was denn da der vorteil sei. aha! kam ich drauf: weil alle das handy wollen. handy cap heisst soviel wie "ergreife das handy!" und procap vollends "wir sind dafür, dass du das handy nimmst".

 

das senden und empfangen ist dem handy nicht vorbehalten. ein senden von allem zu allem und ein empfangen von allem durch alles. so senden auch die beschriebenen arbeitsbedingungen bis zu uns, auch wenn wir es nicht merken. wenn wir sterben, begegnen wir unserem leben. auch dem, was wir bisher nicht wahrgenommen haben. wir werden die siebentagewoche, den 8+n stunden tag, krebs durch metallabbau und armut konkret erfahren. das licht, an das alles kommt, ist das ja und nur das ja zu allen. darin werden wir diese erfahrungen ertragen können. im endgericht, von dem das neue testament in metaphorischer sprache spricht, werden auch richterinnen eingesetzt. entscheidend ist das label, das die liebe auch zu feinden garantiert. ganz gestorben, vollkommen erleuchtet. die, welche für uns gearbeitet haben, werden wir sehen. nicht eine bedrohung. eine motivation.

 

R

 

als ich das logo "500 jahre reformation" zum ersten mal sah, bewegte sich in meinem stirnbereich etwas nach unten, vom rationalen in richtung des magischen bewusstseins, das denken hörte auf, "gar nicht unangenehm", sagte ich mir, eine mystische erfahrung

 

paulus, auf den die reformation zurückgeht, sagt ja auch "nicht wissen" (1kor 2.2 a)

 

es konnte dann aber auch ein schlag ins gesicht sein: der rolladen ist unten, niemand zuhause, der stand, an dem informiert würde geschlossen - der ist-zustand: in der medialen vermittlung von religion und sicher auch in vielen pfarrämtern gibt es kaum fundierte kenntnis der reformatorischen oder protestantischen theologie - und ob sich aus der werbeagentur, die das logo entworfen hat, jemand mindestens ein semester lang an einer evangelisch-theologischen fakultät herumgetrieben hat. . . - reformation heisst abschaffung der reformation, die wahre reformation ist die mystische erfahrung

 

und warum sind alle landeskirchen "einstimmig begeistert"? geht der laden mal hoch? geht der vorhang einmal auf? dafür sehe ich keine anzeichen - doch plötzlich, wie das bewusstsein seine skepsis ausformuliert hat, die unbewusste gegenreaktion lässt ihren inhalt aufsteigen: das griechische P für rex, wie es etwa an kanzeln zu sehen ist

 

vielleicht ist eben doch dieses zurückhaltend hervorkommende P die angemessene art "500 jahre reformation" zu begehen

 

pr

 

genau genommen kein r

 

der nicht-buchstabe

 

die wahrheit ist jenseits von worten und schriftzeichen (zen)

 

"die eigentliche antwort ist immer der tod" (günter eich, o-ton der bund 29.07.2014)

 

der tod während des lebens, durch den wir lebendig werden und menschen, tieren und pflanzen nicht in idealer, aber in relevanter weise gerecht werden können

 

es nimmt mich wunder, ob es glingen wird, zu diesem eigentlichen thema der reformation zu kommen, oder ob wir auf nebenschauplätzen bleiben wie glaube, ablass und abendmahlstreit

 

erfreulich, dass die liebe zum feind oder zur feindin thematisiert werden konnte

 

http://www.derbund.ch/leben/gesellschaft/Wie-hasse-ich-richtig/story/16771031

 

unerfreulicher die abänderungen, die dem text, meiner nicht-frage, etwas biblizismus und moralismus einhauchen und etwas logik aushauchen

 

die antwort von peter schneider ("leser fragen", der bund 30.07.2014 seite 32, vgl. 23.07.2014 seite 28) unterscheidet zu wenig zwischen nächstenliebe und feindesliebe - und von beiden gibt es ja auch wieder verschiedene erscheinungsformen

 

das böse ist nicht absolut, nicht weltabgelöst - es hat eine vorgeschichte - ursachen milliarden von jahre bis zurück zum urknall oder bis wohin immer > der gesunde menschenverstand wird der unterscheidung von person und werk zustimmen

 

einerseits hasse ich es, wenn der text des lesers als allgemeines hassverbot akzentuiert wird, das dann in der antwort bekämpft wird. andererseits kann man auch von einem gelungenen teamwork reden. von der liebe, die sich selbst offenbart.

 

dazu gehört auch die bemerkung, dass das judentum nicht auf liebe gegenüber dem nächsten und hass gegenüber dem feind reduziert werden kann. die liebe zum feind oder zur feindin begann sich spätestens im hinduismus zu entwickeln und dann insbesondere eben auch im judentum. ich hoffe dazu auf leserreaktionen, die mehr von dieser sache verstehen als ich.

 

das alte testament kennt allerdings zahlreiche stellen, die nicht mit der feindesliebe in übereinstimmung gebracht werden können. die im text des lesers zitierte stelle aus der bergpredigt birgt die gefahr des antisemitismus. andererseits ist sie in vieler hinsicht berechtigt. der die schuld der väter heimsucht bis ins dritte und vierte geschlecht und damit keine gnade übt an den kindern derer, die ihn hassen. (2mose 20.5) du hassest alle übeltäter. (ps 5.6) du hassest, die sich an nichtige götzen halten. (31.7) auch gott hasst die bösen. (sir 12.6) eine wende bringt vielleicht ps 139: sollte ich nicht hassen, o herr, die dich hassen? ich hasse sie mit vollkommenem hasse. (21f) das kann extrem inhuman sein. in meiner vorwissenschaftlichen phase am gymnasium mitte 70er-jahre habe ich das aber in der richtung verstanden, dass, wenn der hass sozusagen zu sich selbst kommt, er sich selbst aufhebt - und dann beginnen wir mit dem samariterdienst oder sonst einer ausprägung des liebesgebots, aus dem alle anderen gebote sich entfalten. dieses recht verstandene ganz erfüllt von von hass als erfüllung des gesetzes ist dann auch der bezugspunkt zur psychoanalyse, die es ja wohl nicht gerne sähe, wenn wir den hass verdrängen würden.

 

zu dem wohl auch durch sie geprägten flach halten des balles noch dies: im originaltext des lesers ist der ball durchwegs flach gehalten. warum? wegen einer möglichen unbewussten gegenreaktion. so hoch der ball steigt, so tief dringt er ins erdreich ein. und je nachdem, was er dort anzapft, sprüht der hass wie aus einem vulkan. und der einzige satz, in dem der ball hochsteigt, ist von der redaktion oder vom psychoanalytiker eingefügt.

 

auch wenn ich etwas lang geworden bin: das muss analysiert werden. damit das gebot der feindesliebe nicht paralysiert wird. und zur ehre des erdreichs noch folgendes: wenn der ball hochsteigt und tief eindringt, kann er damit durchaus auch fruchtbares hervorbringen - was dann wieder für das oben erwähnte teamwork spräche.

 

kurt marti - von ihm stammt auch das sympatische wort, die protestantische theologie sei die theologie, "die die aufklärung verdaut hat" - fordert "theologische aufklärung". diese thematisierung des hasses, wie sie nun insgesamt geschehen ist, ist eine exemplifizierung dafür, wie diese aufklärungsarbeit geschehen könnte - nicht zuletzt deshalb, weil sie politisch hochaktuell ist.

 

am ende nochmal der originaltext (nicht ganz vollständig und der zweitletzte satz aus der erinnerung, weil ich ihn - eine frage, die eine voraussetzug hat, wurde da genug thematisiert - nicht auf . . . übernommen und das mail nach ein paar tagen gelöscht habe):

 

ihr habt gehört, dass gesagt ist: du sollst deinen nächsten lieben und deinen feind hassen. ich aber sage euch: liebet eure feinde... (mt 5.43f). das ja und nur das ja (2kor 1.18-20) zu allen. ein differenziertes ja oder nein zu dem, was wir tun.

 

die frage "warum nn hassen?" ist eine frage, die eine voraussetzung enthält: dass man nämlich jemand hassen soll. wenn hassen, dann nicht die person, sondern das werk.

 

bergpredigt mit b (oben korrigiert): ich schreibe im "kriegszustand" - das b repräsentiert wohl den wunsch, das p der kracher zu einem b abschwächen und the poison besonders der farben der feuerwerke bessern zu können

 

ich hasse es, dass sich ein in in den ersten satz der zweiten nachricht eingeschlichen hat (oben korrigiert) - aber das in selbst ist völlig in

 

auch moritz leuenberger hat mal gesagt, im nationalrat sei feindesliebe nicht möglich, da könne man nicht umarmen - darum geht es nicht - aber zb um die achtung der menschenwürde

 

die liebe zum feind oder zur feindin begann sich spätestens im hinduismus zu entwickeln und dann besonders auch im judentum. im alten testament finden sich aber viele stellen, die den hass auf andere befürworten, zb mit der begründung, dass auch gott die bösen hasst (sir 12.6). dass dem nicht so ist, hat in der religionsgeschichte jesus - oder die von ihm ausgehenden autoren - am deutlichsten gesagt. 

 

02.08.2014

 

feuerwerk - wo farben dabei sind, ist auch ultragift - diese farben gefallen mir nicht - aber das höhenfeuer und der orange untergehende mond

 

"leere weite, leere weite - nichts von heiligkeit"

 

rief bodhidharma aus, als er zur erleuchtung kam - ku (leere) ist eine substantielle erfahrung - die wir brauchen, wenn vieles, was ginge, wenn es ginge, nicht geht - damit uns nicht zu früh etwas heilig wird - vergleichbar der fruchtbarkeit und kraft einer kuh

 

das joch des gesamten ist sanft

 

man muss, was man nicht will, würdigen können. sonst kann ein gesprächspartner nicht sehen, ob man mit gutem grund nein sagt oder ob man nicht verstanden hat.

 

der urknall ist einer teilmisslungenen sprengung vergleichbar. mit konsequenzen unvorstellbarer grausamkeit. andererseits: wo das universum sich mit sich selbst vereinigt, ist solidarität möglich. mit allen, die von diesem unvorstellbaren und nur unvollständig erklärbaren getroffen sind. das sind - wenn mein auge nicht versagt - alle.

 

wie die seele sind auch die knochen bis auf ihren tiefsten grund geschichtlich

 

wir können nicht sagen, ich habe das und das getan, darum bin ich gerecht. aber: zuhause dicke luft. der vater sagt sich: anstatt, dass ich jetzt einfach dreinfahre, mache ich einen spziergang, auf welchem er darauf kommt, wie er seiner familie in nicht idealer, aber relevanter weise gerecht werden kann. ohne dieses werk spaziergang wäre das nicht möglich gewesen. "durch das, was wir tun, werden wir gerecht" (aristoteles) - einerseits nein, aber andererseits ja.

 

bonjour monsieur compte-sponville

 

d'abord excusez mon français

 

job chante: "je sais, que celui qui me délivre vit"

 

il n'est pas un fou

 

wenn ich mich recht erinnere, wurde in dieser sendung gesagt, der mensch könne "sich empfänglich zeigen". das weitere sei gnade. gerade empfänglichsein ist gnade. gratia praeveniens.

 

beim gebet während eines ferienseminars (etwa 1977) haben frauen regelmässig die anrede vater verwendet, männer nie. in der kinderlehre (1970) schrieb ich folgenden song:

 

she is living in a church

on the second floor 

and she says: o come to me

I stand at the door

 

gemäss der innertrinitarischen ursprungsordnung geht alles aus dem vater hervor. logischerweise kommt im materialismus alles aus der materie. interessant ist erst die beide verändernde vereinigung von beiden. finde ich. jede frau zumindest ein bisschen mutter, jeder mann zumindest ein bisschen vater. aber eltern-ich, elternbeziehung zumindest nicht für alle.

 

ha ruach - sie schwebte am beginn der schöpfung über den wassern - steht gleich im zweiten satz der bibel

 

einerseits bin ich in einer lesung von dorothee sölle dazu bekehrt worden, dass - und wie - man das pronomen "sie" auf gott beziehen kann, andererseits hatte dorothee sölle schmerzhafte lücken in ihrer kenntnis der theologischen tradition. zb sprach sie von einer theologie nach dem tod gottes ohne zu bedenken, dass theologie immer theologie nach dem tod gottes ist, nach dem tod des fleisch gewordenen wortes.

 

vergab sich die sindflut - aber nicht adam und eva das essen der frucht

 

strafe als konsequenz der verdrängung der wahrheit durch alle (rm 1.18; 3.23)? aber woher die verdrängung?

 

mit 13 sah ich die blaumeisen, wie sie ihre jungen versorgen. "das wäre nichts für mich!" sagte ich mir. mit 15 sah ich ein wolkenband, das nicht gewesen wäre, wenn es nicht aus einem kondensstreifen entstanden wäre. "in diese welt setze ich keine kinder!" sagte ich mir. 

 

es gibt keinen heiligen ort, an den das staatliche gewaltmonopol keine zugang hätte. das kirchenasyl hatte aber grosse wirkung, was vom selben staat auch anerkannt wurde.

 

bei mir trägt/berührt die linke die rechte - dieses tragen/berühren erfahre ich als aktiv - das überlasse ich gerne der sonst passiveren linken - das männliche wird vom weiblichen getragen/berührt - denke manchmal, ich habe ein umgekehrtes verständnis von yin und yang - yin überwiegend hell - yang dunkler - vom wortklang her verstehe ich nicht, warum es andersherum sein soll - ist das traditionelle verständnis patriarchalisch?

 

nach der ersten sendung mit helen schüngel-straumann erschien in der bund vom 16.07.1996 ein meiner feder entflossener leserbrief mit dem titel "verführung als teamwork". im moment, wo frau schüngel eine zweites buch schreibt, so ich einen zweiten beitrag: 

 

dass im alten testament die schlange "nur ein tier" sei, wie in der sendung heute gesagt wurde, sagt für mich lediglich, dass die alttestamentlichen schriftsteller nicht vollständig merkten, was für eine geschichte sie schreiben - was uns aber nicht verbieten sollte, es zu merken. 

 

"frau schüngel kritisiert die auffassung, dass die frau schuld sei am elend der welt, weil eva adam verführt habe. ich vermisse dabei die interpretation der schlange als phallussymbol. in dieser deutung erscheint auf den ersten blick adam als der eigentliche verführer. aber ohne die gegenwart evas hätte die schlange sich nicht aufzurichten und reden begonnen. verführung ist ein teamwork." (16.07.1996)

 

entsprechend kann man sagen: es stimmt, dass die erbsünde "aus dem samen adams" kommt, wie der kirchenvater augustin sagt. aber nicht nur. die erbsünde - und im übrigen auch die erbgnade - kommt aus allem, was wir geerbt haben, milliarden jahre zurück bis zum urknall oder bis wohin immer. in der erbsünde gibt es nur kausalität. in der persönlichen sünde gibt es keine kausalität. eine apriorische freiheit gibt es nicht. geschichten wie die, dass wir im endgericht rechenschaft ablegen müssen, machen uns erst zu freien und verantwortungsbewussten menschen.

 

sollte frau schüngel in dreissig jahren wieder ein buch zum thema schreiben, so auch ich nötigenfalls wieder

 

ich finde, man kann nicht sagen, heimat beruhe nicht auf verwurzelung, sondern auf einer verheissung. das ist doch auch gar nicht nötig. es geht auch hier um die vermittlung zwischen den beiden gesichtspunkten. in der verheissenen heimat werden wir unsere gegenwärtige heimat wiederfinden - und umso besser, wenn wir unsere gegenwärtige heimat als "bestandteil" der verheissenen heimat verstehen.

 

was ich dazu schon gedacht habe: nur weil wir nicht im stande sind, die weltbevölkerung in grenzen zu halten, müssen wir die welt mit led beleuchten - was weit entfernt ist vom wahrheitskriterium sonnenlicht. led wird uns vielleicht abkühlen, wir werden wärmer heizen - und der gewinn ist dahin. 

 

der maya schleier möge sich lichten

 

die frage "wie geht es?" (im interview thematisiert) bedarf einer reformation. ist es nicht eine grenzüberschreitung, jemanden einfach so zu fragen. habe schon oft gesehen, wie jemand mit dieser frage fertig gemacht wurde. gerade wer nicht gut dran ist, vielleicht über längere zeit, mag nicht immer wieder auskunft geben. die frage ist oft ein schlechter start für eine begegnung. dass sie auch willkommen sein kann, entgeht mir nicht.

 

in meiner jugend war ein sozialistisches begräbnis für mich immer auch irgendwie etwas trostloses. entspricht religionslossein als lossein der verheissung eines zukünftigen lebens der menschenwürde? ist es modern, entspricht es der vernunft, auch da nichts zu suchen? 

 

ein weinbauer kam zum evangelisten markus: "du he, wir haben absatzprobleme. könntest du den nicht eins trinken lassen?" das abendmahl als erfindung der weinlobby. der streit in neuem licht. das thema für die wirtschaftskonferenz.

 

glauben sich erlauben mit besen und rechen ohne pfeiffendes gebläse zu lauben

 

die welterklärungsformel als gedicht

ich bin schneller bei mir als das licht

 

das mit sich selbst vereinigte universum achtet das kleine nicht gering 

 

habe mal in deutschland ein schlagzeugensemble in einer kirche gehört und gedacht: das tut der kirche gut!

 

rebound - ja, ein fahrradrücklicht bräuchte nicht auch noch zu blenden

 

arm heisst auch hier selig. die zukünftige vollkommenheit wird ohne tod und verderben überhaupt nicht langweilig. der tod und das böse werden verwandelt, und ihre kraft wird dem leben zukommen, das eine andauernde überraschung sein wird.

 

06.12.2014

 

in der predigt der gewinnerin des pedigtpreises werden die götter fertig gemacht und in der der trägerin des spezialpreises die männer erledigt

 

verführung ist ein teamwork. patriarchat und feminisierung in ihren verschiedenen ausprägungen auch. das könnte neue perspektiven eröffnen.

 

kurt marti wird gefragt, ob er ein meister sei. irgendwie eine blöde frage, auf die man sich leicht eine blösse gibt. er antwortet, er habe eher das gefühl zu verblöden. "wenn dein auge lauter ist, wird dein ganzer leib voll licht sein." (mt 6.22) in einer kierkegaard-übersetzung habe ich gelesen: "herr, gib uns blöde augen!" in seinem nachbarland schweden heisst blöd "weich, empfindsam". blöd ist auch in unserer sprache in irgendeiner weise verwandt mit bloss. verblöden heisst demnach, dass man die welt ohne brille sieht. und "ich verblöde" bedeutet, dass man sich in einem prozess der läuterung befindet, ja vielleicht sogar schon weitgehend geläutert ist. schlaumeier kurt kennt womöglich diese ethymologie, und seine antwort wäre demnach die eines schlauen meisters..

 

als unsere familie in meiner kindheit wieder mal auf der riederalp in den ferien war, in martis ferienchalet oder grad neben an, trat ich am späteren abend vor das haus. der himmel, das universum war ein lebendiger raum, die sterne in diesem raum, nicht alle gleich hoch, die einen weiter weg, andere näher. in dieser weise habe ich das seither kaum mehr erlebt. unser drang, zb auf den mars zu fliegen, und das erst noch mit einem one way ticket, erscheint mir als kompensation solcher erfahrungen. 

 

was lassalle sagt, kann hin und wieder mit einem ? versehen werden - aber er hatte auch nicht so ein verhältnis zu dem, was er sagte: ein fingerschnalzen und ein "pfff. . ." - und alles war verschwunden

https://www.youtube.com/watch?v=-LG_Wx0Z-V4