dialog

 

 

buddha starb während des lebens und kam zur erleuchtung. das macht verständlicher, warum der durch den tod von christus verursachte tod während des lebens als erlösung bezeichnet wird. da hiob gott mit seinem eigenen auge gesehen hat, vermute ich, dass er durch den tod während des lebens geheilt wurde. der prophet mohammed war, als er die gemeinheit gegenüber denen, die dem falschen stamm angehörten, sah, "wie tot" - und schaffte die stammesherrschaft ab. auch wahre, erlösende schönheit entsteht durch die lebendigkeit, die aus dem tod während des lebens hervorgeht.

  

soweit wir mit buddha, hiob, christus und dem propheten mohammed gestorben sind, leben wir in nostra aetate

 

zarathustra sagt, alles gestorbene sei unrein

 

andererseits, antworte ich ihm, gerade das gestorbene ist rein

 

soweit wir während des lebens gestorben sind

ist der tod in uns gestorben

der uns sonst bestimmt

 

was uns lebendig macht

belebt

durchlebt

 

der tod während des lebens

eine substantielle erfahrung

 

die tradition des islam sagt, jesus sei kurz vor seiner kreuzigung in den himmel erhoben worden, ein anderer sei an seiner stelle gekreuzigt worden. in der wissenschaft wird aber die meinung vertreten, der tiefere sinn, die ursprüngliche bedeutung von sure 4.157f sei: obschon jesus getötet worden ist, ist sein leben und sein werk nicht zerstört worden, "denn allah hat ihn zu sich erhoben." 

 

es gibt offenbar koranstellen, die seinen tod als selbstverständlich voraussetzen

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article153734726/Das-Jesus-Geheimnis-im-Buch-der-Muslime.html

 

der tod erlöst nichts

sagt der koran

er spricht aber

soviel ich weiss

nicht vom tod des todes

der elementarsten wahrheit

der religionen und nicht-religionen

ich nehme an, auch des islam

 

1kor 15.28 - dass nicht nur die jüdisch-christliche tradition den andern etwas zu sagen hat, sondern auch die andern ihr 

 

nicht gekreuzigt

 

die relativität des christentums

 

wie wäre das weltgeschehen verlaufen, wenn gott in seiner (seiner?) tiefsten ursprünglichkeit nicht nur als vater verstanden worden wäre? mutter und tochter hätten womöglich dem vater und dem sohn gegenüber einspruch erhoben. wäre jesus eventuell nicht nach jerusalem hinaufgezogen und hätte lange, vielleicht in galiläa, gewirkt? oder hätte er die heilige stadt unbeschadet betreten können? 1kor 15.28 und 13.12 sprechen, finde ich, von der integration aller religionen und nicht-religionen in die alles verändernde vereinigung von allem mit allem.

 

wenn die welt nun mal so ist, dass viele einen grausamen tod erleiden, gehört auch das zur inkarnation

 

der sohn unterwirft sich dem vater, so dass er als zweite person der trinität nicht mehr existiert. und der vater ist nicht mehr vater, sondern alles. auch die ganze vergangenheit. nicht trennend aktuell.

 

der tod mit den während des lebens gestorbenen

der tod mit den am ende des lebens gestorbenen

 

ich halte es für möglich, dass sich jesus am ölberg alles offenbart hat, dass er oder die überlieferung die worte für seine erfahrung der damaligen religion und gesellschaft adaptiert hat

 

das nicht gekreuzigt der tradition des islam ist ein hinweis auf die notwendigkeit einer vollständigeren offenbarung

 

alle waren erschöpft von den streitereien, wie denn, wer jesus sei, formuliert werden könne. da kam mohammed und sagte: nur allah.

 

wir brauchen den tod. vom kriminalroman bis zum terror. die elementarste befreiung: buddha starb während des lebens und kam zur erleuchtung. 

 

der vergleich der religionen und die erwägung zu den optionen, die sich für jesus ergeben hätten ohne seinen gang nach jerusalem, geht mir etwas zu schnell. gerade Sie, herr kramm, der Sie uns Ihre ersten meditationsversuche als hölle beschrieben haben, müssten doch wissen, dass buddha im lotussitz auf seine weise auch ein gekreuzigter war. in seiner asketischen phase war er fast ums leben gekommen. darum brach er sie ab und widmete sich als verlassener mit nachdruck der versenkung, starb bei lebendigem leib und kam zur erleuchtung. bei jesus stellt sich die frage, ob gewaltlosigkeit nicht auch heissen würde, keine gewalt zu provozieren. die elementarste wahrheit ist in allen religionen dieselbe, und sie zeigt sich nicht nur in den religionen. überall unvollständig vervollständigt sie sich in der gegenseitigen durchdringung und vereinigung der religionen und nicht-religionen.

 

da die welt nun mal so ist, dass viele einen grausamen tod erleiden, gehört auch das zur inkarnation. die kreuzigung, und zwar die von jesus, gehört zu den bestbezeugten historischen daten aus der antike. trotz extremer demütigung am ende seines lebens hat jesus nicht zur gewalt, nicht zur rache aufgerufen. wer in dieser geschichte lebt, wer mit ihm gestorben ist, ist nicht gewalttätig. die disposition, probleme mit gewalt lösen zu wollen, ist umdisponiert. die individuelle und kollektive notwehr soll dadurch nicht geschwächt werden. wenn ich von der notwendigkeit einer vollständigeren offenbarung spreche, sage ich damit nicht, jesus habe etwas falsch gemacht oder er hätte es besser machen sollen, sondern dass nicht e i n e person und nicht e i n e geschichte die vollständige warhrheit ist.  

 

die 5 ist die zahl des dialogs

sie macht lebendig und wendig

ihr balken beruhigt den mentalen bereich

er kann ihn auch ganz beruhigen

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nichts